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Gewässervertrag

Gewässervertrag

Das Modell des Gewässervertrags, bei dem es um den einzugsgebietbezogenen Gewässerschutz geht, stammt aus Belgien. Unter Beteiligung aller Akteure am Gewässer wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, indem verschiedenste Maßnahmen zum Gewässerschutz festgehalten werden. Hier arbeiten Privatleute, Landwirte, Trinkwasserversorger und Verwaltungsangestellte in Arbeitsgruppen Hand in Hand, sie bilden das Flusskomitee. Die Organisation der Arbeitsgruppen und die erforderliche Schreibarbeit übernimmt größtenteils der Koordinator des Projekts.

Der erste Maßnahmenkatalog (2008-2011) des Gewässervertrags Obersauer behandelte u.a. die Themen Landwirtschaft, Fischerei, Hydrologie, Biodiversität, Kommunikation und Tourismus. Der Maßnahmenkatalog wurde mittlerweile zu über 85% umgesetzt. Mehr Informationen zu den Maßnahmen finden Sie hier.

Auch rezent arbeitet der Gewässervertrag in den gleichen Themenbereichen mit den Akteuren aus dem Einzugsgebiet des Stausees zusammen. So wird die Planung eines Wasserspielparks in Bavigne vorangetrieben, die Gemeinden beim pestizidfreien Unterhalt ihrer Flächen unterstützt, die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus erzielt nachhaltige Erfolge und viele Schulklassen oder Erwachsene kamen in den Genuss eines Aktionstages am Bach oder einer Fortbildungs- und Sensibilisierungsveranstaltung.

Der Gewässervertrag wurde damals im Rahmen zweier Interreg Projekte (2006-2008/2009-2011) aufgebaut und etabliert, so dass der Naturpark (Gemeinden Esch-Sauer, Winseler, Boulaide, Wiltz und Stauseegemeinde) 2012 eine Konvention mit dem für das Wasser zuständigen luxemburgischen Ministerium und eine weitere mit den Gemeinden Rambrouch, Wahl und Goesdorf abgeschlossen hat, um den Fortbestand der Initiative zu sichern.

Im Rahmen des Flusskomitees wurden auch ein Vorstand und ein Präsident bestimmt, welche im engen Kontakt mit der Projektkoordination die Durchführung der Arbeiten betreuen. Die Projektkoordination arbeitet mit den Mitarbeitern des belgischen Naturparks eng zusammen, so dass im Einzugsgebiet der Sauer auch viele gemeinsame, grenzüberschreitende Aktionen stattfinden und ein Austausch über die politische Grenzen hinweg gewährleistet ist.

Seit dem neuen Wassergesetz von 2008 steht fest, dass der Obersauerstausee, der als Rohwasserreserve zur Trinkwasseraufbereitung dient, neue Schutzzonen erhalten muss. Um dieses Schutzzonenkonzept zu formulieren sollen erst Grundlagenstudien vom Trinkwasserversorger erstellt werden. Hier hat sich der Naturpark auf der einen Seite mit einer anonymisierten und aggregierten Datensammlung zur landwirtschaftlichen Ist-Situation beteiligt, auf der anderen Seite engagiert sich der Gewässervertrag in der Öffentlichkeitsbeteiligung mit Arbeitsgruppen zu den Themen Forstwirtschaft, Tourismus, Siedlungswirtschaft und Landwirtschaft. Mehr hierzu erfahren Sie im Dokument "Bericht zur Öffentlichkeitsbeteiligung“ (noch nicht verfügbar). Seit dem 27.10.2015 besteht auch die LAKU (siehe oben), die aus der Arbeitsgruppe Landwirtschaft heraus entstanden ist.