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Biodiversität / Artenvielfalt

Bei der Biodiversität oder Artenvielfalt geht es, wie der Name es schon sagt, um die Verschiedenheit des Lebens. Biodiversität bezieht sich jedoch nicht nur auf die Anzahl der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, sie berücksichtigt auch die genetischen Unterschiede innerhalb von Arten sowie die Verschiedenheit von Lebensräumen. Ein hohes Maß an Biodiversität ist wichtig für den Ablauf der ökologischen Prozesse in der Natur. An nahezu jedem dieser Prozesse wie z.B. der Bodenbildung und dessen Nährstoffhaushalt, der Reinigungskraft unserer Gewässer, der Bestäubung von Pflanzen usw. sind unzählige verschiedene Lebewesen beteiligt. Die Anzahl der verschiedenen Lebewesen garantiert hierbei den stabilen Ablauf der Prozesse; weniger beteiligte Lebewesen bedeuten gleichzeitig einen schlechteren Ablauf. Es ist also in unser aller Sinne die Artenvielfalt zu schützen, da sie die Grundlage für das Leben auf der Erde ist.

Daneben gilt natürlich der Grundsatz, dass jedes Lebewesen eine Daseinsberechtigung hat, und insbesondere die selten gewordenen Arten vor dem Verschwinden gerettet werden sollten. Um die Biodiversität im Naturpark Obersauer zu schützen bzw. zu fördern werden u.a. folgende Maßnahmen durchgeführt.

Vertragsnaturschutz: die Biodiversitätsprogamme

Das Europäische Netzwerk 'Natura 2000' mit seinen Direktiven, u.a. der Habitat-Richtlinie sowie der Vogelschutz-Richtlinie, sieht eine ganze Reihe von Schutzzonen und Programmen vor. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten sind hier vor allem Pflegepläne, Aktionspläne sowie die finanziellen Beihilfen bei extensiver Bewirtschaftung besonders interessanter Flächen zu erwähnen.

Hier kommt der Biologischen Station eine besondere Rolle bei der Recherche neuer Flächen, so wie beim Abschluss von Biodiversitätsverträgen zu. Ins Biodiversitätsprogramm aufgenommen werden Wiesen, die von naturschützerischem Wert sind. Das Vorkommen festgelegter Tier- und Pflanzenarten bzw. die Zugehörigkeit der Flächen zu einem nationalen oder europäischen Schutzgebiet sind hier ausschlaggebend. Die Biologische Station ist hier die Anlaufstelle für die Landwirte der Mitgliedsgemeinden.

Die Rolle des Naturparks besteht sowohl in der Suche nach neuen 'potentiellen' Flächen (u.a. durch Geländebegehungen, Auswertung von bestehenden Kartierungen, Überprüfen der Arten der Großherzoglichen Verordnung,...), der Ermittlung des Bewirtschafters und dessen Information und Beratung, sowie in dem Abschließen der Anträge selbst. Hierbei werden alle administrativen Arbeiten vom Naturpark übernommen (Erstellen des Antrages mit Hilfe der zentralen Datenbank „Biodiversité“, Verwaltung der Dossiers und Kontakt mit den zuständigen Verwaltungen, Digitalisierung im GIS,...).

Des Weiteren überprüfen die Mitarbeiter der Biologischen Station bei Bedarf gewisse Flächen auf ihre „Auswahlberechtigung“. Mittlerweile sind im Naturpark rund 200 ha interessanter und schützenswerter Wiesenflächen unter Biodiversitätsvertrag.

Aktion Spätmahd

Im Frühjahr 2006 startete der Naturpark Obersauer mit den verschiedenen Gemeinden und anderen Verantwortlichen, wie z.B. der Straßenbauverwaltung, die Aktion 'Spätmahd - Für mehr Artenvielfalt'. Bei dieser Aktion geht es darum, verschiedene Flächen, wo nicht unbedingt ein kurzer Rasenschnitt erfordert ist, erst später in der Vegetationsperiode zu mähen. Dies erspart nicht nur Arbeit und Geld, sondern trägt zudem erheblich zur Artenvielfalt bei. Später abgemähte Flächen besitzen nämlich mit ihren zahlreichen Gräsern und Blumen nicht nur einen hohen ästhetischen Wert, sondern bieten auch einen wertvollen Lebensraum für viele Tiere, darunter z.B. eine Reihe von bedrohten Schmetterlingsarten. Um die Öffentlichkeit auf die Aktion aufmerksam zu machen wurden eine Reihe von Hinweistafeln auf verschiedenen Flächen im Naturpark aufgestellt.

Aktion "Sans pesticides"

Die Kampagne „…ohne Pestizide“ wird von einer Vielzahl von Akteuren aus dem Umweltbereich organisiert und möchte die Öffentlichkeit und die Gemeinden auf die schädlichen Auswirkungen von Pestiziden auf Natur und Gesundheit aufmerksam machen und alternative Pflegemethoden öffentlicher und privater Flächen im Siedlungsraum aufzeigen.

Hauptziel der nationalen Kampagne ist es, bestehende Sichtweisen, unrealistische Ideale und eingebürgerte Arbeitsmethoden zu verändern, hin zu mehr Biodiversität und geringerem Pestizideinsatz, sowohl auf kommunalen Flächen, als auch in Privathaushalten und -gärten. Im Naturpark wurde hierzu eine Pilotgemeinde bei der Umstellung auf ein Arbeiten ohne Pestizide in Form von Informationsveranstaltungen betreut. Einige andere Gemeinden, die Mitglied im Gewässervertrag sind, haben sich nach dem Erfolg in der Pilotgemeinde diesen Zielen angeschlossen. Außerdem hat der Naturpark Öewersauer verschiedene Informationsbroschüren ausgearbeitet und steht als informierender und beratender Partner bereit.