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Kartierung

Konkreter Natur- und Umweltschutz kann nur auf der Basis von rezenten und vollständigen Daten erfolgen. Für die Planung von Naturschutzmaßnahmen und das Monitoring der Landschaftsentwicklung sind deshalb detaillierte Kartierungen und das Erstellen von Kataster unerlässlich.

Der Schwerpunkt liegt bei der Kartierung von Lebensräumen, Naturschutzgebieten sowie den Inventaren gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Mit diesen Arbeiten tragen die Spezialisten des Naturparks zur Verbesserung der Kenntnisse über die Arten und Lebensräume Luxemburgs bei. Sie arbeiten dabei eng mit der Naturverwaltung und dem Naturhistorischen Museum zusammen. So fließen u.a. alle im Naturpark Obersauer erfassten Daten in die Datenbank 'Recorder' ein.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass mittlerweile flächendeckende Inventare der naturschutzrelevanten Wiesen (Grünlandkartierung), der schützenswerten Biotope (Biotopkataster) und der Hecken (Heckenkataster) im Naturparkgebiet vorliegen. Auch die Vorkommen von Neophyten und invasiven Arten sind im Naturparkgebiet kartographisch erfasst.

Neben Inventaren im Rahmen des PBEPT (Plan de Base Ecologique et Paysager Transfrontalier), helfen die Spezialisten der Biologischen Station Naturpark Öewersauer zudem beim nationalen Monitoring der Biodiversität.

Grünlandkartierungen

Auf Grund der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) hat sich jedes Land der Europäischen Union verpflichtet, durch das Ergreifen von speziellen Schutzmaßnahmen seinen Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung europaweit bedrohter Arten und Lebensräume zu leisten. Hiermit soll ein günstiger Erhaltungszustand der europäischen Artenvielfalt (Biodiversität) gewährleistet werden.

Im Rahmen der nationalen Programme zum Erhalt der Biodiversität und im Auftrag des Nachhaltigkeitsministeriums hat so die Biologische Station Naturpark Öewersauer eine Kartierung naturschutzrelevanter Wiesenflächen in den Naturparkgemeinden durchgeführt. Die gewonnenen Daten dienen in der Folge u.a. als Grundlage zum Abschluss von Extensivierungsverträgen.

Biotopkataster

Der Nationale Naturschutzplan (Plan National pour la Protection de la Nature - PNPN) sieht unter anderem die Ausarbeitung eines sogenannten Biotopkatasters vor. Es handelt sich hierbei um die Erfassung der geschützten Offenlandbiotope nach Artikel 17 des luxemburgischen Naturschutzgesetzes. Die Mitarbeiter des Naturparks waren unter anderem an der Ausarbeitung der Kartierungs-Methodik sowie an der Schulung der Kartierer - insbesondere was die typischen Lebensräume des Öslings betrifft - beteiligt. Außerdem hat die Biologische Station Naturpark Öewersauer die Koordination und die Überwachung der Kartierungsarbeiten in den verschiedenen Naturparkgemeinden übernommen. Die aufgenommenen Informationen und Daten wurden in verschiedene Datenbanken integriert und in einem GIS festgehalten, sie stehen somit für zukünftige Planungen und Naturschutzarbeiten zur Verfügung.

Weitere Informationen zum nationalen Biotopkataster finden sie hier.

Hecken-Kataster

Seit ewigen Zeiten finden Hecken und Bäume ihren Platz in unseren Kulturlandschaften. Als fester Bestandteil unseres kulturhistorischen Erbes unterbrechen Hecken nicht nur die Monotonie endlos großer Felder, sondern bieten unentbehrlichen Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Überdies erfüllen Hecken eine wichtige Funktion im Gewässerschutz, wirken der Bodenerosion entgegen, bremsen den Wind und filtern etliche Schadstoffe aus der Luft.

In den letzten Jahren haben die Mitarbeiter der Biologischen Station Naturpark Öewersauer ein Inventar aller Hecken in den Naturparkgemeinden durchgeführt. Ziel dieses Heckenkatasters ist einerseits die Lokalisierung aller Hecken und Sträucher in der Landschaft, andererseits aber auch eine Typisierung der Hecken. Anhand der aufgenommenen Daten - welche sowohl in eine Datenbank, als auch in ein GIS eingespeist wurden - soll langfristig ein kohärentes Pflegesystem für die Hecken des Naturparks aufgebaut werden.

Monitoring und punktuelle Inventare

Der Naturpark Öewersauer führt eine ganze Reihe von Inventaren und Monitoring-Arbeiten durch. Erwähnt seien hier unter anderem die Arbeiten im Rahmen der Artenschutzprogramme (zum Beispiel Fledermäuse, Steinkauz, Raubwürger, Haselhuhn und Schlingnatter), als auch die Überwachung der im Naturpark vorkommenden Populationen des Pyramidengünsels. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Kontrolle im Rahmen der Bekämpfung invasiver Arten, insbesondere des Riesenbärenklaus (Heracleum mantegazzianum).

Die Spezialisten des Naturparks waren zudem an der Ausarbeitung des nationalen Programms zur Überwachung der Biodiversität (Programme de surveillance et de monitoring de la biodiversité au Luxembourg), u.a. was die Pteridophyten (Farne und Farnverwandte) betrifft, beteiligt. Was nun das Monitoring der Biodiversität selbst betrifft, ist der Naturpark insbesondere für die Inventare des Sprossenbärlapps (Lycopodium annotinum) und des Prächtigen Dünnfarns (Trichomanes speciosum) - welcher in Luxemburg jedoch nur als unabhängiger Gametophyt vorkommt - zuständig. Diese Arbeiten werden im Rahmen des Nationalen Naturschutzplanes vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Abteilung Umwelt, unterstützt.